Sie möchten eine verbindliche Ursprungsauskunft (vUA) beantragen? Verbindliche Ursprungsauskünfte können für Unternehmen eine wichtige Hilfe bei der Inanspruchnahme von Zollpräferenzen sein und die Zollabfertigung erleichtern.

Im Rahmen dieses Beitrags möchten wir Ihnen die wichtigsten Aspekte rund um das Thema verbindliche Ursprungsauskunft mitgeben.

Weil die Beantragung von verbindlichen Ursprungsauskünften je nach Komplexität der Ware auch viel Arbeits- und Verwaltungsaufwand bedeutet, lohnt sich in einigen Fällen auch ein Outsourcing.

Mit unserem vUA-Service können Sie das Management Ihrer vUA an O&W bequem abgeben. Wir benötigen lediglich exportierte Daten aus Ihrer Warenwirtschaft und kümmern uns um die Beantragung.

Fragen zur verbindlichen Ursprungsauskunft?

Unsere Anwälte bei O&W aus dem Zollrecht helfen Ihnen und Ihrem Unternehmen bei der Beantragung einer vUA, nach deren Erlass oder im Vorfeld. Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Sie erreichen unsere Anwälte telefonisch unter 040 / 369615-0.

Was ist eine Verbindliche Ursprungsauskunft?

Mit einer verbindlichen Ursprungsauskunft können Unternehmen einen Nachweis darüber erhalten, dass ihre Einfuhrware einen bestimmten Warenursprung aufweist und gewinnen damit auch Kalkulationssicherheit bezüglich der anfallenden Einfuhrzölle.

Aber nicht nur für die Höhe der Zölle ist die Ermittlung des Warenursprungs wichtig, der Ursprung entscheidet auch über andere wichtige handelspolitische Maßnahmen wie Zollkontingente, Strafzölle und staatliche Fördermittel.

Die vUA liefert Unternehmen für die Dauer von 3 Jahren eine verbindliche Auskunft über

Der Zoll und auch die Industrie- und Handelskammer in bestimmten Fällen prüfen in dem Antragsverfahren dafür den Warenursprung und nehmen eine umfassende warenursprungs- oder präferenzrechtliche Bewertung vor.

Dabei muss zwingend dem nichtpräferenziellen und präferenziellen Warenursprung unterschieden werden.

Vom nichtpräferenziellen Warenursprung ist die Rede, wenn der handelspolitische Ursprung einer Ware gemeint ist.

Der präferenzielle Ursprung einer Ware dagegen berechtigt Unternehmen die Ware in bestimmte Länder zollfrei oder mit ermäßigten Zollsätzen zu importieren. Hintergrund sind Präferenz– und Freihandelsabkommen einzelner Staaten und Staatengruppen.

So hat beispielsweise auch die EU als verschiedene Handelsabkommen geschlossen, darunter das JEFTA, EU-Vietnam und CETA und gewährt für bestimmte Länder auch einseitig Präferenzzölle.

Kann für die Einfuhrware also z.B. der Ursprung nachgewiesen werden, zahlt das Unternehmen weniger Zoll.

Weitere Informationen zum Thema Warenursprung finden Sie auf unserer Seite Zollpräferenzen.

Fragen und Antworten zur vUA

Hier finden Sie weitere Antworten auf Fragen, die sehr häufig im Zusammenhang mit verbindlichen Ursprungsauskünften gestellt werden und Ihnen bei einem Antrag auf eine vUA weiterhelfen können.

Vor- und Nachteile einer verbindlichen Ursprungsauskunft

Wir werden oft gefragt, ab wann sich die Beantragung einer verbindlichen Ursprungsauskunft für Unternehmen lohnt. Denn die Antragstellung ist ähnlich wie bei einer vZTA mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Je größer der Artikel- und Warenstamm ist, desto höher auch die Verwaltungsarbeit.

Trotzdem lohnt sich eine Antragstellung vor allem in bestimmten Fällen, darunter bei der

  1. Ausfertigung einer (Langzeit-)Lieferantenerklärung,
  2. Bewertung eines ggf. mehrstufigen Herstellungsprozesses und
  3. Feststellung des ursprungsrechtlichen Status einer Ware bei der Ein- oder Ausfuhr.

Nicht zu unterschätzen ist bei dem Ganzen auch der Vorteil, dass die Entscheidung das Unternehmen, aber eben auch sämtliche Zollbehörden innerhalb der EU bei der Einfuhr bindet.

Durch die umfassende Bewertung des Herstellungsprozesses liefert eine vUA eine umfassende warenursprungs- oder präferenzrechtliche Bewertung der Ware und verschafft Unternehmen dadurch auch Kalkulations- und Rechtssicherheit.

Jedoch sollten Unternehmen auf jeden Fall berücksichtigen, dass eine vUA KEIN Präferenznachweis, KEIN Ursprungsnachweis und KEINE Lieferantenerklärung ist und diese auch nicht ersetzt!

Vor- und Nachteile der vUA

  • eine vUA ist für den Antragssteller & die Zollbehörden innerhalb der EU verbindlich.
  • Nur derjenige, der die vUA beantragt, kann diese verwenden. Verbindliche Ursprungsauskünfte von Konkurrenten sind für die Zollverwaltung irrelevant.
  • mit der vUA können Sie Warenverkehrsbescheinigungen (EUR.1, EUR-MED), Ursprungserklärungen, Ursprungszeugnisse und auch Lieferantenerklärungen gesichert beantragen
  • Wird die vUA aufgrund von Rechtsänderungen ungültig, kann die vUA noch weitere 6 Monate verwendet werden
  • Die Beantragung der vUA ist seitens der Zollverwaltung in der Regel kostenlos.
  • Sie müssen pro Ware einen einzelnen Antrag stellen; sie können kein gesamtes Sortiment pauschal abhandeln, selbst wenn die Ware ähnlich ist.
  • die vUA ersetzt NICHT Präferenznachweis, Ursprungsnachweis und Lieferantenerklärungen.

Wo stelle ich den Antrag?

Je nachdem, um welche Ursprungsart es sich handelt, sind entweder das Hauptzollamt Hannover oder die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Entgegenahme und Bearbeitung des Antrags zuständig.

Das Hauptzollamt Hannover ist zuständig für die Entscheidung über:

Der Antrag auf eine vUA an das Hauptzollamt Hannover ist zu richten an:

Hauptzollamt Hannover
Arbeitsbereich Verbindliche Ursprungsauskünfte
Waterloostraße 5
30169 Hannover

Telefon: 0511 101-2480
Fax: 0511 101-2899
E-Mail: poststelle.vzta-hza-hannover@zoll.bund.de

Die örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammern sind zuständig bei der Erteilung von vUA-Entscheidungen über:

Hilfe bei der richtigen Antragstellung

Sie möchten eine verbindliche Ursprungsauskunft für Ihre Ware beantragen?

Wichtig ist zunächst, dass der Antrag vollständig ist und alle wesentlichen Angaben enthält. Werden unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht, ist die vUA von Anfang an ungültig und wird widerrufen.

Die Antragstellung erfolgt schriftlich mithilfe des Antragsformulars 0305, das im im Formular-Management-System (FMS) der Bundesfinanzverwaltung ausgefüllt werden kann.

Antragsformular 0305 Verbindliche Ursprungsauskunft

Darüber hinaus muss der Antrag vor allem Angaben und Nachweise über den Ursprungserwerb enthalten, also Informationen über

Da eine vUA sowohl das Unternehmen als auch den Zoll gleichermaßen für die Dauer von 3 Jahren bindet, sollte auf eine korrekte Antragstellung Wert gelegt werden.

Um Fehler im Voraus zu vermeiden, empfehlen wir für die Antragstellung zudem die Hinzuziehung und Beratung durch einen Anwalt für Zollrecht, der über die entsprechende Erfahrung im Bereich Zollrecht und Zollpräferenzen verfügt.

Verbindliche Ursprungsauskunft beantragen - so geht es

Eine verbindliche Ursprungsauskunft muss schriftlich beantragt werden. Unternehmen sollten dafür das vom Zoll zur Verfügung gestellte Antragsformular verwenden, um keine Angaben zu vergessen.

Um eine verbindliche Ursprungsauskunft korrekt zu beantragen, folgen Sie am besten der nachstehenden Anleitung:

  • Rufen Sie die Seite Formular-Management-System (FMS) der Bundesfinanzverwaltung auf.
  • Klicken Sie links auf den Reiter „Formularcenter“ und wählen Sie in der Auswahl „Unternehmen
  • Öffnen Sie den Ordner mit der Aufschrift „Zölle“ und dann den Unterordner „Zölle Allgemein
  • Scrollen Sie zum Antragsformular 0305 „Antrag auf Entscheidung über verbindliche Ursprungsauskunft (vUA-Entscheidung)“ und öffnen Sie die dazugehörige pdf-Datei
  • Beim Ausfüllen Antrag auf eine präzise Warenbeschreibung achten
  • Bei der Auswahl zwischen Präferenzursprung und nichtpräferenzieller Ursprung unterscheiden
  • Informationen zu Vormaterialien und Produktionsprozess ggf. unter Angabe von vZTAs ausfüllen
  • Anlagen zum Warenursprung hinzufügen und Antrag per Post ans HZA Hannover / IHK schicken

Einspruch gegen falsche vUA

In den Fällen, in denen Sie mit dem Ergebnis der vUA oder der Rücknahme oder ihrem Widerruf nicht einverstanden sind, sollten Sie mit einem Einspruch gegen die Entscheidung vorgehen.

Wichtig ist allerdings, dass der Einspruch rechtzeitig erfolgt, da dafür bestimmte Fristen laufen.

Verpassen Sie diese Frist, ist Ihr Unternehmen an die vUA für die nächsten drei Jahre fest gebunden.

Da Sie die vUA für jede einzelne Ware beantragen, sollten Sie darauf achten, dass gegen sämtliche zweifelhafte verbindliche Ursprungsauskünfte Einspruch eingelegt wird.

Der Einspruch muss je nach Zuständigkeit der Behörde bei dem Hauptzollamt Hannover oder bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer eingereicht werden.

Sollte auch der Einspruch keinen Erfolg haben, können Unternehmen beim Finanzgericht Klage erheben.

Unsere Anwälte haben jahrelange Erfahrung mit verbindlichen Ursprungsauskünften und Präferenzregelungen.

Für Unternehmen: 15 Minuten kostenlose Erstberatung+49 40 369615-0oder senden Sie eine E-Mail

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