Freihandel zwischen EU und Südamerika

Für Unternehmen, die mit Südamerika Handel betreiben stehen gute Zeiten bevor. Die EU hat grünes Licht für ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten gegeben. Nach fast 20 Jahren Verhandlungen hat Jean-Claude Juncker nun bestätigt, dass die größte Freihandelszone der Welt kommen kann.

Zu den Staaten des Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Vor allem sollen die Zölle sinken, die bislang gerade in den Mercosur-Ländern außerordentlich hoch gewesen sind. So lagen diese z.B. bei 35% für Autos, Kleider und Schuhe, 14 – 20% für Maschinen und bis zu 18% auf Chemikalien. Diese Zölle sollen nun abgebaut werden. Auch für die Landwirtschaft (vor allem die in Südamerika) werden die Zölle sinken, da die Abgaben auf landwirtschaftliche Produkte gesenkt werden sollen. Aus Südamerika wird insbesondere Rindfleisch exportiert. Insgesamt sollen Unternehmen jährlich bis zu vier Milliarden Euro an Zöllen sparen können.

Welche Zölle werden zwischen der EU und dem Mercosur abgeschafft?

Das Abkommen wird im Laufe der Zeit die Zölle auf 91% der Waren, die EU-Unternehmen in den Mercosur ausführen, abschaffen. Beispielsweise werden die Mercosur-Länder hohe Zölle auf Industrieerzeugnisse abschaffen, wie auf

  • Autos (wird heute mit 35% verzollt)
  • Autoteile (verzollt mit 14 bis 18%)
  • Maschinen (verzollt mit 14 bis 20%)
  • Chemikalien (verzollt bis zu 18%)
  • Bekleidung (verzollt bis zu 35%)
  • Pharmazeutika (verzollt mit bis zu 14%)
  • Lederschuhe (bis zu 35% Zoll)
  • Textilien (verzollt mit bis zu 35%)

Das Abkommen wird auch die Zölle auf Lebensmittel- und Getränkeausfuhren schrittweise abschaffen, wie z.B:

  • Wein (wird heute mit 27% verzollt )
  • Schokolade (mit 20% Zoll)
  • Whiskey und andere Spirituosen (verzollt mit 20 bis 35%)
  • Kekse (verzollt mit 16 bis 18%)
  • Pfirsichkonserven (verzollt zu 55%)
  • Erfrischungsgetränke (verzollt mit 20-35%)

Mit dem Abkommen werden auch die Einfuhrzölle auf 92% der in die EU ausgeführten Mercosur-Waren abgeschafft.

Interessant dürfte das Freihandelsabkommen besonders für die EU-Exporteure sein. Denn die EU exportiert mehr in die Mercosur-Staaten, als sie von dort importiert. Das zeigt die Auswertung der Handelsströme. Im Jahr 2017 exportierten EU-Unternehmen Waren im Wert von rund 45 Milliarden Euro in den Mercosur. Die stärksten Branchen waren Maschinenbau, Kraftfahrzeuge und chemische Produkte.

Wann beginnt der Freihandel?

Die EU-Kommission hat bislang eine Einigung vorbereitet. Diese muss aber noch von den 28 Mitgliedstaaten und dem Europaparlament bestätigt werden. Erst dann kann das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay in Kraft treten.

Welche förmlichen Nachweise benötigt werden, um in den Genuss der Vergünstigungen des Freihandels zu kommen, steht bislang noch nicht fest. Dieses wird sich aber klären, wenn der verbindliche Text des Abkommens vorliegt.

Rechtsanwalt Anton Schmoll

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