Transportschaden Haftung

Der Frachtführer haftet für den Verlust und die Beschädigung der zum Transport übernommenen Ware. Der Frachtführer kann für solche Transportschäden haftbar gehalten werden, die während der Zeit entstanden sind, als sich die Ware in seiner Obhut befand. Der Empfänger muss dabei Nachweisen, dass die Ware während des Obhutszeitraums beschädigt wurde. Das ist insbesondere dann problematisch, wenn der Empfänger bei der Entgegennahme der Ware eine reine Quittung erteilt hat. Dann kann es entscheidend darauf ankommen, ob der Transportschaden erkennbar war oder ob es sich um einen verdeckten Transportschaden gehandelt hat.

Haftbarhaltung für Schäden beim Transport

Die Höhe der Haftung richtet sich nach dem Warenwert am Übernahmeort der Güter. Dabei ist auf den Marktpreis der Ware abzustellen. Ist ein solcher Marktpreis nicht zu ermitteln, so gilt als Warenwert der Wert von Gütern gleicher Art und Beschaffenheit. Der Frachtführer muss darüber hinaus die Kosten tragen, die für die Feststellung des Schadens entstanden sind. Dazu können beispielsweise Gutachterkosten gehören.

Haftungsausschluss und Haftungsbegrenzung beim Transportschaden

Die Haftung für Transportschäden ist damit grundsätzlich auf den Wert der Ware begrenzt. Darüber hinaus sieht das HGB aber auch vor, dass sich der Frachtführer auf gewisse Regelungen berufen kann, die seine Haftung ausschließen oder begrenzen. So muss höchstens in Höhe von 8,33 Sonderziehungsrechten des internationalen Währungsfonds pro Kilogramm der Warensendung Schadensersatz gezahlt werden.

Die Haftungsbegrenzung entfällt jedoch dann, wenn ein qualifiziertes Verschulden beim Frachtführer oder dessen Leuten vorliegt. In diesen Fällen kann er sich nicht auf die Haftungserleichterungen berufen sondern muss den vollen Warenwert ersetzen.

Die Haftung des Frachtführers für Transportschäden ist dann ausgeschlossen, wenn der Verlust oder die Beschädigung auf Umständen beruht, die der Frachtführer auch bei größter Sorgfalt nicht vermeiden und deren Folgen er nicht abwenden konnte. Auch wenn die Beschädigung deswegen auftritt, weil die Güter von dem Versender nicht hinreichend verpackt wurden, kann der Frachtführer nicht für die Schäden haftbargehalten werden. Selbiges gilt wenn eine mangelhafte Kennzeichnung der Ware zu der Beschädigung führt oder die Güter wegen ihrer natürlichen Beschaffenheit leicht zu Schäden neigen.

Rechtsanwalt Dr. Tristan Wegner

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