Um als Rechtsanwalt in einer Kanzlei Erfolg zu haben, ist Networking unerlässlich. Sowohl in der eigenen Kanzlei, als auch außerhalb, sollte man sich mit der Zeit ein gewisses Netzwerk aufbauen. Hilfreich ist das nicht nur, wenn es beispielsweise um eine Beförderung geht, sondern auch, wenn es mal Probleme gibt.

Was genau ist eigentlich Networking?

Networking ist allgemein gefasst zunächst einmal der Aufbau und die Pflege von beruflichen Kontakten. Obwohl es sich um berufliche Kontakte handelt, wird beim Aufbau dieses Netzwerks nicht ausschließlich über die Arbeit geredet, sondern auch Smalltalk betrieben und sich einfach ein wenig kennengelernt.

Ziel des Networking ist es, am Ende ein soziales Netzwerk von Leuten zu haben, mit denen man (potenziell) zusammen arbeitet. Mit diesem Netzwerk kann man dann beruflich kooperieren und sich untereinander helfen. Dabei ist es wichtig, dass man nicht nur den eigenen Vorteil im Blick hat. Networking funktioniert grundsätzlich immer in beide Richtungen. Je nachdem in welcher beruflichen Beziehung man zum jeweils anderen steht, hilft es zwar oft einer Seite mehr als der anderen. Trotzdem sollte man darauf achten, bei der Knüpfung von Kontakten nicht nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein.

Warum Networking als Rechtsanwalt?

Wie wird man als Rechtsanwalt wirklich erfolgreich? Diese Frage stellen sich fast alle Berufseinsteiger. Dabei ist schon früh bekannt, dass gerade durch gute Kontakte ein Aufstieg, zum Beispiel in einer Großkanzlei, deutlich erleichtert wird. Schon im Studium werden einem die ersten Möglichkeiten eröffnet, frühzeitig in der eigenen Branche ein Netzwerk aufzubauen. Beispielsweise durch studentische Vereinigung oder auch Karrieremessen kann man bereits im Anfangsstadium der juristischen Karriere viele Kontakte knüpfen. Das ist nicht nur hilfreich, falls man später Kommilitonen aus dem Studium trifft, sondern auch eine gute Übung für den späteren Berufseinstieg.

Mit wem sollte man sich vernetzen?

Ein gutes Netzwerk ist nicht nur unter gleichgestellten und vorgesetzten Rechtsanwälten hilfreich. Auch mit den einem zugeteilten wissenschaftlichen Mitarbeitern ist es gut, in Kontakt zu bleiben und sich gut mit diesen zu verstehen. Wenn man es schafft, solche Mitarbeiter zu motiviere und  ihnen die Arbeit möglichst angenehm zu machen, sodass diese Erfolge erzielen können, fällt das sehr positiv auf einen selber zurück.

Gleiches gilt auch für Networking mit dem Sekretariat. Vor allem in stressigen Situationen und Problemfällen ist eine gute Zusammenarbeit mit den richtigen Leuten unumgänglich. Dabei hilft es, schon von Anfang an darauf zu achten, einen angemessenen Umgangston zu pflegen, damit die Zusammenarbeit reibungslos verläuft. Auch wenn schon am Anfang die ersten Probleme auftauchen, sollte man den Druck, der auf einem lastet, nicht an den anderen Mitarbeitern auslassen.

Networking in der eigenen Praxisgruppe

Am schnellsten und leichtesten ist Networking natürlich in der eigenen Praxisgruppe. Hier ist allerdings vor allem für junge Anwälte zu beachten, dass man dafür etwaiges Konkurrenzdenken zur Seite schieben sollte. Auch wenn Konkurrenzdenken im Studium unter Rechtswissenschaftlern ein bekanntes Problem ist, sollte man gerade am Anfang der Karriere darauf achten, ein guter Teamplayer zu sein. Der größte Erfolg kann gerade bei umfangreichen Fällen nur mit einem entsprechend funktionierenden Team erreicht werden. Dieser Erfolg ist, gerade in großen Kanzleien, essenziell wichtig, um aufzufallen.

Zusätzlich ist die eigene Praxisgruppe gerade in der Einarbeitungsphase sehr wichtig, wenn es darum geht seinen Platz zu finden und einen guten Berufseinstieg zu haben.

Dazu kommt natürlich, dass die Arbeit im Team auch nur Spaß macht, wenn man sich zumindest grundlegend mit den eigenen Arbeitskollegen versteht. Man verbringt mit den Arbeitskollegen oft mehr Zeit als mit der eigenen Familie oder Freunden, weshalb es auch für den eigenen Spaß an der Arbeit wichtig sein sollte, das Arbeitsklima möglichst freundlich zu gestalten.

Networking mit den Business Services

Auch in den Business Services Abteilungen einer Kanzlei sollte man networken. Dazu zählen beispielsweise die IT-Abteilung, die Marketing-Abteilung, das Business-Development oder auch die Personalabteilung. Wenn es beispielsweise um Fort- und Weiterbildungen geht, kann einem ein guter Kontakt in der Personalabteilung einen großen Vorteil bieten. Zusätzlich dazu ist es, wie überall anders auch, immer gut, umfangreich darüber informiert zu sein, was beim eigenen Arbeitgeber aktuell passiert.

Gerade mit der fortschreitenden Digitalisierung und immer mehr aufkommendem Legal-Tech, werden vor allem die IT-Abteilungen einer Kanzlei immer wichtiger. Wenn es mal Probleme mit etwaiger Software oder dem eigenen Computer geben sollte, ist es ein großer Vorteil, wenn man jemanden in der IT-Abteilung kennt, der einem schnell behilflich sein kann.

Wie gelingt Networking als Rechtsanwalt?

Aber wie und wo gelingt Networking, insbesondere in der eigenen Kanzlei am besten?  Ideale Orte und Zeiten für Networking in der eigenen Kanzlei sind beispielsweise:

Auch sonst gibt es in den meisten Kanzleien oder auch Unternehmen weitere Möglichkeiten, mit verschiedensten Mitarbeitern in Kontakt zu kommen. Gerade am Anfang ist es dementsprechend ratsam keine Social Events zu verpassen, auch wenn sie kein Teil der Arbeitszeit sind. Vor allem wer sich vorstellen kann, eine längere Zeit beim neuen Arbeitgeber zu bleiben, sollte Wert darauf legen, viele Kollegen kennenzulernen. Auch über Social Media kann man sich mit den bekannten Gesichtern der neuen Arbeit gut verlinken. Beispielsweise auf LinkedIn & Co. posten viele nicht ausschließlich berufliche Ereignisse. Zusätzlich erfährt man so auch etwas über den Bildungsweg der Arbeitskollegen und findet teilweise Gemeinsamkeiten. Gerade wenn man in einer Kanzlei mit mehreren Standorten arbeitet, kann mal ein Büro in einer anderen Stadt besucht werden. Auch hier kann man gut neue Kontakte knüpfen.

Worüber man beim Networking reden sollte, ist natürlich sehr situationsabhängig. Sowohl unternehmensinterne Themen als auch alltäglicher Smalltalk eignen sich eigentlich fast immer. Da Networking in beide Richtungen funktioniert, kann man mit der Zeit auch neue Kontakte vermitteln. Hat man bereits ein soziales Netzwerk aufgebaut und lernt vielleicht einen neuen Kollegen kennen, ist es immer nett, diesen auch anderen Kollegen vorzustellen.

Kontakte pflegen

Der fast wichtigere Aspekt des Networkings ist, die Kontakte, die geknüpft wurden, auch zu pflegen. Gerade im Anfang ist es relativ leicht, mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen. Allerdings ist das Networking damit nicht beendet. Gerade wenn man das Ziel verfolgt, langfristig gegenseitig beruflich zu kooperieren, ist es wichtig, die Kontakte auch zu pflegen.

Für den Anfang sollte man vor allem versuchen sich Namen und Gesichter zu merken. Auf den ersten Veranstaltungen in einer Kanzlei oder einem Unternehmen lernt man in der Regel sehr viele Leute auf einmal kennen. Läuft man sich dann in der Kaffeeküche oder beim nächsten Mittagessen über den Weg ist es von großem Vorteil, wenn man denjenigen zuordnen kann.

Zumindest mit der eigenen Praxisgruppe und anderen Mitarbeitern, mit denen man sowieso zusammen arbeitet, Kontakt zu halten ist nicht das größte Problem. Gerade wenn es aber beispielsweise um Mitarbeiter aus den Business-Services-Abteilungen geht, kann das aber eher schwierig werden. Dafür kann es hilfreich sein, sich feste Termine zu machen, an denen man zum Beispiel mal mit anderen Mittagessen geht, als man es vielleicht normalerweise tut.

Wie wichtig ist Networking?

Abschließend lässt sich anführen, Networking ist als Rechtsanwalt, zumindest wenn man nicht als Einzelanwalt arbeitet, unerlässlich. Nicht nur mit Vorgesetzten sollte man versuchen in Kontakt zu kommen, zumal das oft auch den schwierigsten Bereich des Networkings darstellt. Ein stabiles soziales Netzwerk, sowohl in der eigenen Kanzlei, als auch außerhalb davon, wird einem im Berufsleben in allen möglichen Situationen immens weiterhelfen und so einiges erleichtern. Dabei sollte man allerdings aufpassen, dass das Geschäftliche im Vordergrund bleibt. Zwar tauscht man sich beim Smalltalk auch immer automatisch über einige private Themen aus, allerdings sollte sich das breite Networking grundsätzlich im beruflichen Umfeld halten und dort auch bleiben. Mit der Zeit werden einige Kollegen oft zu Freunden, das hat dann allerdings nicht mehr wirklich etwas mit Networking an sich zu tun.

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