Antidumpingzoll auf Aluminiumhaushaltsfolie aus China und Thailand – Betroffene Produkte

Seit der Einführung endgültiger Antidumpingzölle in 2019 müssen Unternehmen Antidumpingzölle auf bestimmte Aluminiumfolien und Aluminiumbänder aus China, besser bekannt unter dem unter dem Begriff „Aluminium-Haushaltsfolie“ zahlen.

Mit der neuen Verordnung weitet die EU die Antidumpingzölle auf die Einfuhren der betroffenen Ware mit Versand aus Thailand, ob als Ursprungserzeugnis Thailands angemeldet oder nicht, aus.

Bei der Ware handelte es sich um Folien und dünne Bänder aus Aluminium, die derzeit unter den Zolltarifnummern ex 7607 11 11 und ex 7607 19 10 (TARIC-Codes 7607 11 11 10 und 7607 19 10 10) eingereiht werden

Die Ware wird in Rollen mit einem Stückgewicht von 10 kg oder weniger vertrieben.

Die betroffene Ware wird allgemein als Konsumgut für Verpackungszwecke und andere Anwendungen in Haushalt und Gastronomie verwendet.

Nicht betroffen von den Antidumpingmaßnahmen sind Prägefolien der HS-Position 3212 sowie als Christbaumschmuck aufgemachte Folien.

Betroffene Ware

Aluminiumhaushaltsfolie / Aluminiumfolie/ Aluminiumbänder

Zolltarifnummern

ex 7607 11 11 und ex 7607 19 10 (TARIC-Codes 7607 11 11 11 und 7607 19 10 11)

Land

China und Thailand

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Aktueller Stand des Antidumpingverfahrens für China und Thailand

Ausweitung Antidumpingzoll auf Thailand

Die EU-Kommission hat mit Wirkung zum 16.09.2021 die Antidumpingzölle auf die betroffenen Aluminiumfolien und Aluminiumbänder auf Waren mit Versand aus Thailand, ob als Ursprungserzeugnis Thailands angemeldet oder nicht ausgeweitet.

Unternehmen, die Aluminiumhaushaltsfolie aus Thailand in die EU einführen, müssen einen endgültigen Antidumpingzoll in Höhe von 35,6 % zahlen

Die Umgehungsuntersuchung ergab, dass der Wert der chinesischen Teile über 60 % des Gesamtwerts der montierten Ware ausmacht, während der durch die Montagevorgänge hinzugefügte Wert weniger als 25 % der Herstellkosten beträgt.

Demnach weisen die aus China in die EU ausgeführten kleinen Rollen und die aus Thailand in die Union versandten Rollen dieselben grundlegenden materiellen und chemischen Eigenschaften und dieselben Verwendungen auf, so die Kommission.

Die zollamtliche Erfassung der Einfuhren wurde mit Erlass der neuen Durchführungsverordnung eingestellt.

» Ausweitung Antidumpingzoll auf Thailand – Link zur Verordnung

Umgehungsuntersuchung und zollamtliche Erfassung

Dem vorausgegangen war ein Antrag im November 2020 mit dem begründeten Verdacht, dass die Antidumpingmaßnahmen in Bezug auf die Aluminiumfolien und Aluminiumbänder mit Ursprung in China durch mutmaßliche Montagevorgänge in Thailand umgangen werden.

Mit der Verordnung (EU) 2020/2161 führte die EU deshalb eine Umgehungsuntersuchung durch und ordnete die zollamtliche Erfassung der Ware an.

» Umgehungsuntersuchung und zollamtliche Erfassung – Link zur Verordnung

Endgültiger Antidumpingzoll China

Im März 2013 wurde im Anschluss an eine Antidumpinguntersuchung mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 217/2013 ein endgültiger Antidumpingzoll auf die Einfuhren bestimmter Folien und dünner Bänder aus Aluminium in Rollen mit Ursprung in China eingeführt.

Im Juni 2019 hat die EU-Kommission im Anschluss an eine Auslaufüberprüfung die endgültigen Maßnahmen mit der Durchführungsverordnung (EU) 2019/915 aufrechterhalten.

Bei den Maßnahmen handelte sich um einen Antidumpingzoll in Höhe von 14,2 % bis 35,6 %.

Unternehmensbezogen wurden teilweise niedrigere Antidumpingzölle festgesetzt.

Es handelt sich dabei um nachfolgende Firmen:

Unternehmen Antidumpingzollsatz TARIC-Zusatzcode
CeDo (Shanghai) Ltd, Shanghai 14,2 % B299
Ningbo Favored Commodity Co. Ltd, Yuyao City 14,6 % B301
Ningbo Times Aluminium Foil Technology Co. Ltd, Ningbo 15,6 % B300
Able Packaging Co. Ltd, Shanghai 14,6 % B302
Guangzhou Chuanlong Aluminium Foil Product Co. Ltd, Guangzhou 14,6 % B303
Ningbo Ashburn Aluminium Foil Products Co. Ltd, Yuyao City 14,6 % B304
Shanghai Blue Diamond Aluminium Foil Manufacturing Co. Ltd, Shanghai 14,6 % B305
Weifang Quanxin Aluminium Foil Co. Ltd, Linqu 14,6 % B306
Zhengzhou Zhuoshi Tech Co. Ltd, Zhengzhou City 14,6 % B307
Zhuozhou Haoyuan Foil Industry Co. Ltd, Zhouzhou City 14,6 % B308
Zibo Hengzhou Aluminium Plastic Packing Material Co. Ltd, Zibo 14,6 % B309
Yuyao Caelurn Aluminium Foil Products Co. Ltd, Yuyao 14,6 % B310
Alle übrigen Unternehmen 35,6 % B999

Die Anwendung der vergünstigten Antidumpingzollsätze für die genannten Unternehmen setzt allerdings voraus, dass den Zollbehörden der Mitgliedstaaten eine gültige Handelsrechnung vorgelegt wird.

Dabei muss die Rechnung eine Erklärung enthalten, die von einer dafür zuständigen, mit Name und Funktion ausgewiesenen Person des rechnungsstellenden Unternehmens datiert und unterzeichnet wurde und deren Wortlaut wie folgt lautet:

„Der/Die Unterzeichnete versichert, dass die auf dieser Rechnung aufgeführten und zur Ausfuhr in die Europäische Union verkauften [Mengenangabe] [betroffene Ware] von [Name und Anschrift des Unternehmens] ([TARIC-Zusatzcode]) in [betroffenes Land] hergestellt wurden und dass die Angaben auf dieser Rechnung vollständig und richtig sind.“

Wird keine solche Handelsrechnung vorgelegt, findet der für alle übrigen Unternehmen geltende Zollsatz Anwendung. Hier drohen erhebliche Nachzahlungsrisiken. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass sie die richtigen Dokumente bei der Einfuhr haben.

» Endgültiger Antidumpingzoll China – Link zur Verordnung

Leistungsspektrum Antidumpingzoll Aluminiumhaushaltsfolie aus China & Thailand

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