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Antidumping auf Aluminiumstrangpresserzeugnisse aus China

Die Europäische Kommission hat am 14.02.2020 bekannt gegeben, ein Antidumpingverfahren für Aluminiumstrangpresserzeugnisse aus China einzuleiten.

Unternehmen könnten demnächst also hohe Antidumping– oder Ausgleichszölle drohen, sollte bei einer zollamtlichen Untersuchung die Umgehung von zuvor angeordneten Antidumpingzöllen festgestellt werden.

Durch eine frühzeitige Stellungnahme an die Europäische Kommission kann aber unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von einer zollamtlichen Erfassung und damit die Vermeidung von drohenden Zollnachzahlungen erreicht werden.

Unsere Anwälte für Antidumpingrecht helfen Ihnen bei der vorausschauenden Vermeidung von Antidumpingzoll, wenn dieser nachgezahlt werden soll oder Strafverfahren wegen Umgehungsgestaltungen drohen. 

Betroffen sind Aluminiumstrangpresserzeugnisse aus China

Die Untersuchung durch die Kommission betrifft die Einfuhr von Aluminiumstrangpresserzeugnissen mit dem Ursprung China.

Bei der betroffenen Ware handelt es sich dabei um Stangen und Stäbe, Profile (auch Hohlprofile) und Rohre aus Aluminium, die nicht zusammengesetzt sind.

Auch erfasst sind Legierungen mit einem Aluminiumgehalt von 99,3 % oder weniger und solche Waren aus Aluminium, die zu Konstruktionszwecken vorgearbeitet sind. Das heißt, sie wurden z.B. auf Länge zugeschnitten, gebohrt, gebogen, abgeschrägt oder mit Gewinde versehen.

Die Ware wird derzeit unter den Zolltarifnummern ex 7604 10 10, ex 7604 10 90, 7604 21 00, 7604 29 10, 7604 29 90, ex 7608 10 00, 7608 20 81, 7608 20 89 und ex 7610 90 90 (TARIC-Codes 7604101011, 7604109011, 7604109025, 7604109080, 7608100011, 7608100080, 7610909010 eingereiht.

Nicht betroffen sind dagegen folgende Waren:

  • Waren, die z.B. durch Schweißen oder durch Verbindungselemente zu Unterbaugruppen zusammengefügt sind
  • geschweißte Rohre
  • Waren, die sich in einem verpackten Bausatz aus Fertigerzeugnissen befinden

Vor allem Unternehmen aus der Automobilindustrie gehören zu den Abnehmern von solchen Aluminiumstrangpresserzeugnissen, die dort vor allem im Fahrwerksbereich und zu Sicherheitskomponenten weiterverarbeitet werden. Daneben ist auch die Solarindustrie ein zunehmender Absatzmarkt.

Warum wird ein Antidumpingverfahren eingeleitet?

Hintergrund der Maßnahme ist ein Antrag der European Aluminium, der im Namen von insgesamt sieben Unionsherstellers eingereicht worden ist, auf die mehr als 25 % der gesamten Produktion von Aluminiumstrangpresserzeugnissen in der Union entfallen.

European Aluminium sieht es als erwiesen an, dass sich die gestiegene Einfuhr von chinesischen Aluminiumstrangpresserzeugnisse negativ auf die europäischen Verkaufspreise sowie auf dessen Marktanteil auswirkt und hat der Kommission Beweise für eine deutliche nachteilige Beeinflussung des europäischen Wirtschaftszweiges vorgelegt. So wurden laut European Aluminium in 2019 bereits Produktionslinien und ganze Werke geschlossen, was wiederum zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führte.

Darüber hinaus wurden der Kommission Beweise vorgelegt, die auf eine nachweisliche Verzerrung des Rohstoffangebots von Aluminium hindeuten und zu Preisen zu führen, die viel niedriger sind als die, die auf internationalen Märkten für die gleiche Ware genannt werden. Insgesamt liegen der Kommission genügend Anhaltspunkte vor, dass diese Verzerrung vor allem auf staatliche Unterstützung Chinas zurückzuführen ist und wird deshalb ein Antidumpingverfahren einleiten.

Unternehmen, die Aluminiumstrangpresserzeugnisse aus China beziehen und mit ihnen handeln, sollten jetzt prüfen, ob ihre Einfuhren von dem Antidumpingverfahren betroffen sein könnten, um frühzeitig einer zollamtlichen Erfassung und anderen drohenden Antidumpingmaßnahmen der Kommission vorzubeugen.

Wir überprüfen für Sie, ob Sie von dem Antidumpingverfahren bei Aluminiumstrangpresserzeugnissen aus China betroffen sind und wie Sie weiter verfahren können.

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Rechtsanwalt Anton Schmoll

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