Alternative zur Großkanzlei

Viele Berufseinsteiger suchen eine Alternative zu Großkanzlei. Die langen Arbeitszeiten, der fehlende Mandantenkontakt und unsichere Aufstiegschancen treiben viele junge Juristen zu der Frage, welche Alternativen es zu einem Berufseinstieg in der Großkanzlei gibt.

Zwar haben in der Vergangenheit die Großkanzleien angefangen gegenzusteuern und die ersten Teilzeitmodelle oder alternative Karrierewege erdacht. Letztendlich handelt es sich hierbei aber oft um eine Tätigkeit zweiter Klasse, die auch karrieretechnisch in einer Sackgasse enden kann. Insofern wird man bei den alternativen Karrieremodellen der Großkanzlei eher ein gut bezahlter Sachbearbeiter bleiben, als dass man wirklich Verantwortung für die Fälle übernehmen kann.

„Nach 2x Prädikatsexamen, Promotion und LL.M. wollte ich Anwalt werden, aber nicht in einer Großkanzlei. An der Großkanzlei haben mich weniger die Arbeitszeiten abgeschreckt als die Organisationsstruktur. Ich wollte Anwalt sein und nicht Associate in einem Rechtsdienstleistungskonzern.“ (Bewerber)

Wir wollen heute darüber berichten, welche Alternativen ist zum Berufseinstieg in der Großkanzlei gibt und warum der Blick auf diese lohnt.

Einstieg in Boutique Kanzlei oder Mittelständische Kanzlei

Eine Alternative zur Großkanzlei ist für viele Juristen daher eine Kanzleiboutique oder mittelständische Kanzlei. Aber Vorsicht: Auch hier sind die Anforderungen mitunter hoch. Gerade weil die Kanzleiboutiquen hochspezialisiert arbeiten wollen Sie auch sichergehen, dass zukünftige Mitarbeiter gute Juristen sind. Insofern wird auch hier auf Examensnoten wird gelegt.

Wer allerdings die Formalvoraussetzungen für eine Großkanzlei mitbringt, der wird keine Schwierigkeiten haben auch in einer kleineren Kanzlei unterzukommen.

Auch wenn man während des Studiums oder Referendariats oft nur von den „Big 5“ Großkanzlei gehört hat, so kann die Tätigkeit in einer kleineren Kanzlei ebenfalls sehr attraktiv sein. Die Tätigkeit in einer Kanzleiboutique, wie beispielsweise O&W Rechtsanwälte, geht gegenüber der Großkanzlei mit vernünftiger Stundenzahl, vernünftigem Einkommen und mit einer sehr interessanten Tätigkeit einher.

Eine solche Tätigkeit ist auch für alle die interessant, die wirklich anwaltlich tätig sein wollen. Anwaltliche Tätigkeit ist nämlich dem Kern nach eigenverantwortliche Tätigkeit zum Wohle des Mandanten. Dieses findet man im Großkanzlei nicht unbedingt. Hier sitzen zwar viele hervorragende Juristen, die Arbeitsweise in solchen Kanzleien hat aber oft nur bedingt etwas mit dem Berufsbild „Rechtsanwalt“ zu tun.

Wer also beispielsweise zwei Prädikatsexamen hat aber nicht in die Großkanzlei will, der sollte sich bei den spezialisierten kleineren Kanzleien umschauen, da diese eine echte Alternative zur Großkanzlei darstellen.

Auch wenn man sich unter den Spezialgebieten nur ansatzweise etwas vorstellen kann, lohnt es sich Kontakt zu den Kanzleien aufzunehmen. Viele Sachen sind der mich in der Praxis äußerst spannend, was man sich aber mangels Erfahrung in diesen Bereichen schwerlich vorstellen kann.

einen kritischen Blick sollte man aber natürlich auf die Rahmenbedingungen werfen. Denn bei manchen mittelständischen Kanzleien reichen die Arbeitszeiten mitunter an die der Großkanzleien heran.

Wer eine Alternative zu Großkanzlei sucht, sollte daher bei der Auswahl der passenden Kanzlei die Augen aufhalten. Nicht jede Kanzlei bietet wie O&W Rechtsanwälte flexible Arbeitszeiten, großzügigen Urlaub und eine leistungsgerechte Vergütung.

Tätigkeit als Unternehmensjurist

Viele Juristen liebäugeln auch mit einer Tätigkeit als Unternehmensjurist anstelle der Arbeit in einer Großkanzlei. Auch Unternehmen suchen derzeit händeringend nach juristischen Nachwuchs, sodass die Chancen gut sind, als Syndikusanwalt für ein Unternehmen zu arbeiten.

Wer diesen Weg einschlägt, hat im Regelfall rechtzeitig Feierabend, erhält ein sehr solides Gehalt und kann gleichwohl juristisch arbeiten. Allerdings sollte jeder wissen, der Unternehmensjurist wird, dass Unternehmensjuristen oft „Mädchen für alles“ im Unternehmen sind. Das kann einerseits sehr spannend sein, wenn man mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert wird, auf der anderen Seite kratzt man bei vielen Fragestellungen auch nur an der Oberfläche. Geht es dann wirklich problematische juristische Fragestellungen, gibt man diese sodann an die externen Anwaltskanzleien weiter.

Als Syndikusanwalt ist man daher in der Regel eher Koordinator zwischen den externen Anwaltskanzleien und den internen Fachabteilungen.

Das kann zwar auch sehr spannend sein, hat aber mit einer Tätigkeit als Rechtsanwalt nicht mehr viel zu tun. Vielmehr kratzt man bei vielen Problemen eher an der Oberfläche. Auch ist man nicht mehr in der Lage als Rechtsanwalt vor Gericht aufzutreten. Da man primär die Unternehmensinteressen vertritt, ist man eben nicht mehr unabhängiger Rechtsanwalt. Geht es also vor Gericht, so muss man diese Tätigkeit anderen überlassen.

Richter werden

Viele Juristen entscheiden sich dafür in den Staatsdienst zugehen und werden beispielsweise Richter anstatt in der Großkanzlei zu schuften.

Wer die Formalvoraussetzungen für eine Großkanzlei hat (Doppelprädikat etc.), der schafft es auch ohne weiteres in den deutschen Großstädten Richter zu werden. Die Anforderungen, in den Staatsdienst zu gelangen, sind in den letzten Jahren sogar noch zurückgegangen.

Wer allerdings Richter wird, der muss sich darüber klar sein, dass er sich eventuell nicht das Fachgebiet aussuchen kann, in dem er später tätig ist. Wer Pech hat, kommt ans Familiengericht, obwohl er sich eigentliche für Handelsrecht interessiert. Auch kann man sich in Flächenländern nicht unbedingt das Gericht aussuchen, nannte man arbeitet.

Zuletzt ist auch die Vergütung als Richter nicht sehr hoch, erst durch die Pension wird dieses wieder ausgeglichen. Ein Richter auf Probe beginnt in der Besoldungsgruppe R1. Das Einstiegsgehalt für Richter auf dieser Stufe liegt dabei zwischen rund 3.350 € brutto im Saarland und rund 4.200 € brutto in Bayern und Hamburg in der Spitze.

Der große Vorteil der Tätigkeit als Richter ist natürlich, dass man unabhängig arbeiten kann.

Die Arbeitszeiten kann man sich frei einteilen und man ist keinerlei Weisungen unterworfen. Auf der anderen Seite kann man sich aber auch seine Kollegen nicht aussuchen, die Richterzimmer sind in vielen Gerichtsgebäuden ihr schmucklos und es gibt viele Richter auf Probe, die bemängeln, dass Sie genauso viel arbeiten wie in der Großkanzlei um Ihre Abteilung am Amtsgericht in den Griff zu bekommen, nun aber sehr viel schlechter bezahlt werden.

Ob die Richterlaufbahn wirklich eine Alternative zur Tätigkeit in der Großkanzlei ist, muss daher jeder für sich sorgsam abwägen.

Rechtsanwalt Dr. Tristan Wegner

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