Seit Beginn der Corona-Pandemie traf viele frischgebackene Anwälte dasselbe Schicksal: Berufseinstieg und Karrierestart im Home-Office und Digitales On-Boarding.

Das übliche Kennenlernen der neuen Kollegen bei einem Kaffee im Büro und ein präsentes Mentoring am Arbeitsplatz fielen dank Corona ins Wasser.

Moritz Brandenburger, seit 2020 als Anwalt für Zollrecht bei O&W Rechtsanwälte tätig, erinnert sich noch gut an seinen Einstieg – mitten in der Corona-Pandemie.

Wie er den Herausforderungen, die damit einhergingen, begegnet ist und warum dieser besondere Start in den Anwaltsberuf aus seiner Sicht auch viele Vorteile und Chancen hervorgetan hat, lest Ihr in diesem Beitrag.

Junganwälte: Jobsuche während Corona-Pandemie

Bislang galt der Bewerbermarkt für junge Juristen als äußerst stabil und karrierefreundlich. Dafür waren nicht zuletzt weniger Absolvierende mit zweitem Staats­examen und der stetig steigende Bedarf von Justiz und Verwaltung verantwortlich.

Mit Beginn der Corona-Pandemie traten wie in allen Branchen aber zunehmend Unsicherheiten auf, sowohl auf Seiten der Kanzleien als Arbeitgeber als auch bei vielen Jura-Absolventen.

So stellte die Anforderung, flexibel und digital vom Home-Office zu arbeiten, viele Kanzleien vor ungewohnte Herausforderungen und veränderte die Arbeitsweise und die Einarbeitungsmöglichkeiten von Junganwälten. Einige Kanzleien schienen von der erzwungenen Digitalisierung über Nacht schlichtweg überfordert.

Auch die wirtschaftliche Situation hat branchenspezifisch einige Kanzleien dazu gezwungen, personaltechnisch umzudisponieren.

Viele der Absolventen befürchteten deswegen auch, dass die Pandemie den Arbeitsmarkt in der Juristen-Branche nachhaltig verändern und die Jobsuche für viele frischgebackene Anwälte erschweren wird. Doch ist dem tatsächlich so?

Moritz Brandenburger, Anwalt für Zollrecht und seit 2020 bei O&W berichtet zu diesem Thema:

Moritz Brandenburger, seit 2020 bei O&W als Anwalt für Zollrecht tätig

„Ich hatte mitbekommen, dass einige Anwaltskanzleien zu Beginn der Corona-Pandemie Einstellungsstopps verhängten.

Hinzu kam eine zeitliche Verzögerung im Referendariat, weil viele der Prüfungen unter geänderten Bedingungen stattfanden oder ganz verschoben werden mussten. Das führte dazu, dass mehr Referendare als üblich zeitgleich ihr 2. Examen erfolgreich abschlossen und sich auch zeitgleich auf Jobsuche begaben.

Viele Kanzleien leben außerdem nach wie vor das Credo: Wer sich einmal beworben hat und abgelehnt wurde, ist bei einem neuen Bewerbungsanlauf ausgeschlossen. Sollte der Einstellungsstopp und nicht persönliche oder fachliche Defizite für eine Absage verantwortlich sein, ist das für jeden jungen Juristen ernüchternd und ärgerlich.

Das hat den Konkurrenzdruck und die Angst vor einer Absage unter den Referendaren und Junganwälten nochmal erhöht.“

Moritz Brandenburger, Berufseinsteiger während Corona

60 % der befragten Kanzleien konnten nach einer Umfrage (Quelle: TalentRocket) in 2020 tatsächlich einen Anstieg an Bewerbungen von wissen­schaft­lichen Mitarbei­tenden und Referendaren und Referen­da­rinnen und einen Anstieg an Bewerbungen auf volljuristische Stellen verzeichnen.

Studien ergeben aber auch, dass es sich dabei nicht zwangsweise um das Abbild von mehr Absolventen handelt, sondern die Tatsache, dass sich viele frischgebackene Volljuristen sich bei mehr Kanzleien als üblich bewarben – aus Angst vor einer Absage.

Moritz Brandenburger, der sich auch zu Beginn der Pandemie mitten im Bewerbungsprozess steckte, hat sich hier folgenden Rat zu Herzen genommen, den er auch anderen Nachwuchsjuristen weitergeben möchte:

Frühzeitig und strategisch in die Karriereplanung einsteigen.

„Was vor Corona auch schon ein kluger Schachzug war, gilt zu Pandemiezeiten erst Recht: Planung ist die halbe Miete.
Dazu gehört auch, über Insider-Wissen die Einstellungspolicy in den Wunschkanzleien einzuschätzen und vor einer Bewerbung über das HR in Kanzleien oder Personalberater und andere Sparringpartner seinen eigenen Marktwert auszutesten und Einstellungsoptionen auszuloten und ggf. fehlende Qualifikationen auszubalancieren.“

Moritz Brandenburger, hat 2020 bei O&W als Rechtsanwalt angefangen

Dennoch kam es auch im beruflichen Umfeld von Moritz Brandenburger zu verlängerten Wartezeiten nach dem 2. Staatsexamen, bevor die lang ersehnte Zusage der Wunschkanzlei eintraf.

Diese Zeit sollten Absolventen nach Auffassung von Moritz Brandenburger auf jeden Fall sinnvoll nutzen, auch während der Corona-Pandemie.

So könne man anderen persönlichen Interessen nachgehen, zum Beispiel Fremdsprachenkenntnisse auffrischen und andere nichtjuristische Fähigkeiten wie Soft Skills stärken, die beim Berufseinstieg als Anwalt von Vorteil sein könnten.

Vor dem Berufseinstieg als Anwalt: Wartezeit sinnvoll nutzen

  • Fremdsprachen, z.B. in Form von Onlinekursen, auffrischen,
  • Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge entwickeln und
  • digitale Fähigkeiten ausbauen

„Vor Beginn der Covid-19-Pandemie habe ich allen empfohlen, die Zeit für längere Reisen zu nutzen“, sagt Brandenburger, der selbst nach dem 2. Examen für längere Zeit im Ausland unterwegs war.

Aber auch sonst sei es sei die perfekte Zeit, um persönliche Projekte zu verwirklichen und sein Entwicklungspotenzial im Bereich von Soft Skills auszuschöpfen, so der junge Anwalt.

„Man kann nie vorhersehen, wie sich das Arbeitsleben als Anwalt und die juristische Karriere entwickeln und inwieweit sich größere Pausen für persönliche Projekte einbauen lassen.

Für mich ist dieser Zeitraum die größtmögliche Freiheit, die man bekommt, insbesondere wenn man noch keine Familie und anderweitige Verpflichtungen hat. 

Ich befand mich in der privilegierten Situation, bereits eine feste Jobzusage bei O&W erhalten zu haben, bevor ich für längere Zeit verreist bin.

Das hatte den Vorteil, dass ich bereits absehen konnte, dass ich bald „in Lohn und Brot stehen“ würde und mir in der Hinsicht keine allzu großen finanziellen Sorgen machen musste.

Bei meinem Bewerbungsgespräch und vor meinem Einstieg bei O&W habe ich meine Reisepläne offen kommuniziert und wurde mit viel Verständnis und Ermutigung belohnt.“

Moritz Brandenburger, nahm vor seinem Einstieg bei O&W eine längere Auszeit, um zu reisen

Was man inzwischen aber tatsächlich und zugunsten der Absolventen festhalten muss: Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie haben sich der Markt samt Einstellungsquoten von jungen Juristen und das Legal Recruiting aber wieder weitgehend normalisiert.

Während sich zu Beginn einige der Großkanzleien als Vorsichtsmaßnahme vereinzelt zu Einstellungsstopps entschlossen, war die Mehrheit der Anwaltskanzleien sogar zu mehr Neuein­stel­lungen bereit, als ursprünglich geplant.

Junganwälte müssten derzeit also nicht befürchten, dass die Konkurrenz auf dem juristischen Arbeitsmarkt bedeutend gestiegen ist, so Brandenburger.

Auch während und nach Corona gelte weiterhin die Devise: Gute Anwälte werden immer gebraucht.

„Die Anwaltskanzleien müssen sich nach wie vor ebenso um die gut ausgebildeten jungen Juristen „bewerben“ und beim Legal Recruiting in die Nachwuchsförderung investieren, um als Arbeitgeber im „War for Talents“ konkurrenzfähig zu bleiben.“

Moritz Brandenburger über den Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt für Nachwuchsjuristen zum Pandemie-Beginn

Digitales On-Boarding und Home Office

Fast alle Kanzleien mussten zur Zeit des Lockdowns und auch darüber hinaus Alternativen finden, um die Kommunikation digital und vom Home-Office aus zu gewährleisten.

Für viele eine große Herausforderung, sofern die Kanzleien nicht schon vor Corona Tools wie Zoom und Microsoft Teams und Collaboration-Software wie Slack in ihre Unternehmensprozesse eingebunden hatten und einen Großteil der Kommunikation analog und mit Papierakten durchgeführt haben.

Moritz Brandenburger, Anwalt für Zollrecht bei O&W, hat 2020 mit Beginn der Corona-Pandemie an den Kanzlei-Standort von O&W Rechtsanwälte in Hamburg gewechselt und die Anfangsphase noch gut in Erinnerung.

Ein Großteil seiner ersten Arbeitsmonate fanden von zuhause aus dem Home Office aus statt und er hat für längere Zeit ausschließlich per Videokonferenzen und in Telefonaten den persönlichen Kontakt zu seinen Kollegen oder seinem Chef aufbauen können.

Zu den Herausforderungen, die ihm ihm Home Office und im digitalen On Boarding beim Karrierestart begegnet sind, sagt er:

„Meine Befürchtung bestand ehrlicherweise darin, dass meine Einarbeitung, Anleitung und die Kommunikation zu meinem neuen Chef und anderen Kollegen unter dem Home Office, dem fast zu 100 % digitalen Arbeiten und die kanzleiinterne Umstrukturierung einiger Arbeitsprozesse leiden würden.

Daneben fiel der Beginn der Corona-Pandemie und der neue Arbeitsplatz mit meinem Umzug nach Hamburg zusammen. Ein richtiges Kennlernen der Stadt und meiner Kollegen war da erstmal schwierig.“

Moritz Brandenburger, über die Herausforderungen und Ängste beim Berufseinstieg während Corona

Gerade zum Berufseinstieg wären viele diffuse Fragen aufgetreten, wie z.B.

die sich in Zoom-Calls und anderen Telefonaten teilweise gar nicht so wirklich beantworten ließen.

„Was mir an der Stelle aber sehr geholfen hat, ist, dass ich gemeinsam und zeitgleich mit einem jungen Kollegen bei O&W angefangen habe.

Zudem konnte ich aufgrund des geringen Altersunterschieds zu unserem Chef, Dr. Tristan Wegner und der sehr offenen Haltung Neueinsteigern gegenüber, schnell einen sehr guten Draht aufbauen.

Was mir glücklicherweise ebenfalls in die Karten gespielt hat, ist, dass ein Teil der Einarbeitung noch in den Zeitraum viel, in dem das Büro noch in Präsenz und nicht vollständig aus dem Home Office gearbeitet hat.

Privat war ich zu Beginn zudem ganz dankbar, dass das öffentliche Leben heruntergefahren wurde, weil ich mich dadurch tatsächlich emotional voll auf den neuen Job einlassen konnte und nicht viele andere neue Einflüsse „on top“ dazukamen.“

Moritz Brandenburger, seit 2020 bei O&W als Rechtsanwalt tätig

Über die Motivation und die Arbeit aus dem Home Office gibt Moritz Brandenburger aber ehrlich zu:

„Die langen Arbeitstage vor dem Bildschirm an ein- und demselben Platz wurden mit der Zeit, wie für die meisten, zu einer gewissen Herausforderung.

Schlafen, wohnen, essen und arbeiten – und das alles unter einem Dach. Da fehlte mir die Abwechslung.

Die gemeinsamen Mittagspausen, eine kurze Kaffeepause mit dem Kollegen im Büro nebenan und das schön gelegene Büro in der Hamburger Innenstadt haben mir während der harten Lockdown-Phasen am meisten gefehlt.“

Moritz Brandenburger, fing 2020 bei O&W als Rechtsanwalt an

Virtuelle Mittagspausen“ per Zoom seien für eine Zeit lang da eine gute Alternative gewesen, um das Team besser kennenzulernen. Für ihn persönlich sei das aber kein langfristiger Ersatz für einen gemeinsamen Team-Lunch in der Hamburger Innenstadt, so der junge Anwalt.

Neben den Entbehrungen hätte das Home Office aber trotzdem in der Gesamtschau eine Menge Freiheiten eröffnet, als dass es nur Einschränkungen hervorgerufen hätte.

Das läge vor allem an praktischen Vorteilen.

Home Office als Anwalt - Viele Vorteile

  • Der eingesparte Arbeitsweg
  • Zeit für Arbeiten im Haushalt während der Pause
  • Eine bessere Work-Life-Balance 
  • Mehr Fokus und gesteigerte Produktivität

Rein arbeitstechnisch sei die Corona-Pandemie aber trotz allem nicht allzu schwer ins Gewicht gefallen.

Besonders was das Austauschen von Entwürfen oder Fallbesprechungen betreffe, seien für ihn bis heute Videokonferenzen mindestens genauso effizient und adäquat und täten der Erfolgsquote und Arbeitsmoral keinen Abbruch.

„Über das kanzleiinterne Chatprogramm und die kanzleieigene Anwaltssoftware habe ich mich viel produktiver und effektiver eingearbeitet, als ich es teilweise analog erwarten konnte. Das gilt sowohl für die Kommunikation mit anderen Anwälten und Kollegen als auch den neuen Mandanten, die ich gewinnen konnte.

Kleinere Fragen und Unklarheiten, die gerade zu Beginn des Jobs gehäufter auftreten, konnte ich so schneller mit Kollegen und meinem Chef in einem kurzen virtuellen Team-Meeting abstimmen, als es vor Ort möglich gewesen wäre.

Das hat mir enorm viel Freiheiten eröffnet, eigenständig an Fälle heranzutreten und Mandatsbeziehungen früh eigenverantwortlich zu betreuen und auszubauen.

Der ausgesprochen ausgereifte digitale Workflow und das digitale On Boarding bei O&W kam mir da sehr gelegen.“

Moritz Brandenburger, lobt die Vorteile der digitalen Kommunikation

Nun dauere die Corona-Pandemie zwar schon eine Weile an und die meisten Kanzleien dürften bis jetzt ausreichend Zeit für eine nachhaltige digitale Umstellung vieler analoger Prozesse gehabt haben.

Doch auch nach knapp 2 Jahren und unabhängig von der Corona-Pandemie gäbe es nach seiner Erfahrung durchaus Kanzleien, bei denen das Zeitalter der Digitalisierung noch nicht eingetreten sei und bei welchen sich junge Anwälte den Berufseinstieg und das Netzwerken innerhalb der Firma mühsam erarbeiten müssten.

Was er anderen Berufseinsteigern diesbezüglich auch ans Herz legen möchte, ist:

„Eine nahezu reibungslose Kommunikation aus dem Home Office und ein digitales On-Boarding, das den analogen Mentoring-Prozess mühelos ersetzt, ist in vielen Anwaltskanzleien nicht selbstverständlich.“

Moritz Brandenburger, seit 2020 Anwalt für Zollrecht bei O&W

Deshalb rät er jungen Volljuristen, die in einer Anwaltskanzlei aus dem Home Office heraus und zu Corona-Zeiten durchstarten wollen:

Tipp's für das digitale On Boarding in Kanzleien

  1. Im Zweifel lieber einmal mehr zum Telefonhörer greifen und nachfragen, wenn etwas unklar sein sollte
  2. In Eigeninitiative und proaktiv digitale Kommunikationstools einbinden
  3. Team-Events ernst nehmen und Digitale Mittagspausen mit Freunden und Kollegen einplanen
  4. Eine detailreiche und professionelle (digitale) Einarbeitung verlangen
  5. Pausen zum Ausgleich, z.B. für Spaziergänge oder Sport nutzen
  6. Arbeitsplatz im Home Office variieren

Corona-Pandemie: Digitale Gerichtsverhandlungen

Ein Novum, was die Pandemie hervorgebracht hat, ist in der Tat ein Mehr an digitalen Gerichtsverhandlungen.

Schon früh wurde deutlich, dass Videokonferenzen, sofern die entsprechende Technik zur Verfügung steht und auch einwandfrei funktioniert, den Sitzungsbetrieb in der Justiz weiterhin gewährleisten muss und kann.

Als frischgebackener Anwalt gehört es nun eigentlich zum Usus und stellt die erfrischende Abwechslung nach der langen Theoriephase dar, eigenverantwortlich Mandanten und ihre Anliegen in Verhandlungen präsent vor Gericht zu vertreten und durchzusetzen.

Für Moritz Brandenburger, der während des Referendariats Sitzungstermine übernommen und Gerichtsverhandlungen noch in persona und vor Ort begleitet hat, musste sich erst einmal auf die digitale Durchführung der Verhandlungen mit all ihren Vor- und Nachteilen einstellen.

Moritz Brandenburger über seinen Karrierestart während der Corona-Pandemie

Mandanten eigenständig und eigenverantwortlich bei Gerichtsterminen zu vertreten und für ihre Belange zu kämpfen, kann für sich genommen am Anfang viele junge Anwälte teilweise überfordern und verunsichern – da ging es mir nicht anders.

Die Atmosphäre bei digitalen Gerichtsverhandlungen und die Selbstverständlichkeit, mit der man diese als junger Anwalt zu Beginn durchführt, variiert aber von Fallgestaltung zu Fallgestaltung – ähnlich wie auch vor Ort.

Während des Pandemiebeginns hatte ich auch virtuelle Gerichtsverhandlungen, die sich über mehrere Stunden gezogen haben. Solche Verhandlungen habe ich in der Tat als schneller kräftezehrend und anstrengender empfunden, als bei der persönlichen Durchführung vor Ort.

Zudem trägt der Mangel an technischer Ausstattung vieler Gerichte dazu bei, dass es öfter zu Verbindungsabbrüchen kommt. Das irritiert schnell einen flüssigen Gesprächsablauf zwischen den Verfahrensbeteiligten und kann einen auch aus dem Konzept bringen.“

Moritz Brandenburger, Anwalt für Zollrecht, erlebte seine ersten Gerichtsverhandlungen als Anwalt alle ausnahmslos digital

Einige Gerichtsverfahren wiederum profitierten von der unkomplizierten und schnellen Abstimmungsmöglichkeit per Videoschalte, so der junge Anwalt. Insbesondere dann, wenn die Beteiligten aus unterschiedlichen Bundesländern anreisen müssten, entstünden enorme Praxisvorteile hinsichtlich der Praktikabilität.

Gerade Verfahren, bei denen es nur um eine 10-minütige Abstimmung oder Verständigung gehe, könnten problemlos von der Kanzlei oder aus dem Home Office abgehalten werden und die weitere Vorgehensweise oder Ergebnisse im Anschluss direkt mit den Kollegen oder Mandanten besprochen werden.

„Ich hatte außerdem das Glück, ein sehr gutes Mentoring zu bekommen, sodass ich nie planlos oder unvorbereitet in die Sitzungstermine gegangen bin.

Vor jeder Gerichtsverhandlung gab es eine interne Abstimmung mit den Mandanten und den verantwortlichen Anwälten und meinem Chef bezüglich des Vorgehens.

Hier konnte ich bereits meine eigenen Ideen und Ansätze vorbringen und wurde bei gegenteiliger Auffassung mit sehr guter Kritik auf den richtigen Weg geleitet. Dadurch hatte ich früh das Gefühl von:

„Mir wird nicht nur als Jura-Absolvent vertraut, sondern auch als junger Anwalt schon etwas zugetraut“.

Dieser Vertrauensvorschuss und diese Arbeits- und Teammoral haben mich enorm bestärkt und motiviert, von Anfang an mein Bestes für die Mandanten und die Kanzlei zu geben.“

Moritz Brandenburger, empfand die frühe Verantwortung als großen Vertrauensbonus und Motivator

Sein Tipp an alle jungen Anwälte, denen es ähnlich ergeht und sich vorerst mit der virtuellen Variante anfreunden müssen:

„Die allgemeine Atmosphäre „bei“ Gericht profitiert im Regelfall von der digitalen Durchführung. Sämtliche Beteiligten sitzen in einem gemeinsamen Boot, was die Tücken und Herausforderungen der Technik angeht.

Versucht, das Ganze mit dem nötigen Humor zu nehmen, wenn etwas schief gehen sollte.

Traut Euch auch, als junge Anwälte Fehler zu machen. Am Ende kommt es auf den richtigen Umgang mit den Fehlentscheidungen und die Fehlerkultur in der jeweiligen Kanzlei an.

Im Regelfall begleiten Euch auch genauso wie vor Gericht auch erfahrene Anwälte bei den ersten virtuellen Verhandlungen, an denen ihr Euch orientieren könnt und von denen ihr Hilfestellungen bekommt.

Wer gerne digital arbeitet, kann seinen Workflow für die Vorbereitung des Verfahrens und die eigentliche Verhandlung außerdem noch verbessern und weiter ausbauen:

Auf dem einen Bildschirm könnt Ihr der Verhandlung folgen, auf den anderen könnt ihr parallel beispielsweise bequem Einsicht in die digitalen Akten nehmen und Euch sogar während der Verhandlung mit Kollegen schriftlich, z.B. per Chatprogramm abstimmen.“

Moritz Brandenburger über Tipps für die ersten digitalen Gerichtsverhandlungen als junger Anwalt

Karrierestart und Corona: 13 Tipps für Junganwälte

Von Anwalt zu Anwalt: 13 Tipps für den Karrierestart in Corona-Zeiten!

Tipps für die Jobsuche während Corona:

  • Frühzeitige und strategische Karriereplanung
  • Einstellungspolicy in Anwaltskanzleien über Insiderwissen, HR und Sparringpartner erfragen
  • Stage nach dem 2. Staatsexamen sinnvoll nutzen: Private Projekte, Ausbau von Soft Skills, Fremdsprachen, wirtschaftliches Verständnis und digitale Fähigkeiten stärken

Tipps für das Digitale On Boarding:

  • Fragen, Fragen, Fragen: Unklarheiten im Zweifel mit persönlichen Telefongesprächen ausräumen
  • Eigeninitiative: proaktiv digitale Kommunikationstools einbinden
  • Team-Events ernst nehmen
  • Eine detailreiche und professionelle (digitale) Einarbeitung verlangen

Tipps für das Home Office als Junganwalt:

  • Pausen zum Ausgleich, z.B. für Spaziergänge oder Sport nutzen
  • Digitale Mittagspausen mit Freunden und Kollegen einplanen
  • Arbeitsplatz im Home Office variieren

Tipps für eine erfolgreiche digitale Gerichtsverhandlung:

  • Technikpannen mit Humor nehmen
  • Digitalen Workflow während der Verhandlung ausbauen, z.B. durch die Arbeit mit eAkten und Anwaltssoftware
  • Mentoring von Partnern und Anwälten nutzen

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