Aufschubkonto beantragen

Sie wollen ein Aufschubkonto beantragen? Wir kennen den Ablauf genau und verhelfen Ihrem Unternehmen zu mehr Liquidität.

Aufschubkonten sind eine sehr sinnvolle Erfindung der Zollverwaltung. Sie sichern dem Unternehmen wertvolle Liquidität bei der Einfuhr. Es kann daher nur jedem Unternehmen empfohlen werden, sich mit den Vorteilen eines Aufschubkontos auseinander zu setzen.

Die Vorteile eines Aufschubkontos sind:

  • Die Zölle und Einfuhrumsatzsteuer müssen nicht sofort bei Einfuhr bezahlt werden
  • Liquiditätsvorteil, da zinsloser Zahlungsaufschub von 15 – 45 Tagen für Einfuhrabgaben
  • Die Verzollung läuft schneller, weil Bonitätsprüfungen des Spediteurs nicht erforderlich sind
  • Sie sparen beim Spediteur die Zahlung der Vorlageprovision

Sprechen Sie unsere Anwälte aus dem Bereich Zollrecht gerne an, wenn Sie ein Aufschubkonto beantragen wollen. Wir kennen die Praxis der Hauptzollämter genau und können Ihnen ein Aufschubkonto in wenigen Wochen beantragen. Rufen Sie uns einfach unter 040 / 369615-0 an.

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Was ist ein Aufschubkonto?

Ein Aufschubkonto dient dazu, dass der Importeur Zölle und Einfuhrumsatzsteuer aufschieben kann. Somit entsteht ein Liquiditätsvorteil und eine schnellere Zollabwicklung.

Aufschubkonten sind aus der Importpraxis heutzutage nicht mehr wegzudenken und bestehen sowohl bei Spediteuren als auch bei importierenden Unternehmen selbst.

Zu unterscheiden ist zwischen

  • einem Aufschubkonto für Zölle, das nur gegen Sicherheitsleistung gewährt wird
  • einem Aufschubkonto für Einfuhrumsatzsteuer, das ohne Sicherheitsleistung bewilligt wird, wenn volle Vorsteuerabzugsberechtigung besteht

Die im Laufe eines Kalendermonats aufgeschobenen Einfuhrabgaben müssen dann erst am 16. Tag des darauf folgenden Kalendermonats an die Bundeskasse Trier durch Lastschrift vom Aufschubkonto gezahlt werden.

Aufschubkonto des Spediteurs – Nachteil: Vorlageprovision

Viele Spediteure und Zolldienstleister haben Aufschubkonten, die sie ihren Kunden zur Verfügung stellen. Diese werden oft auch vom Spediteur ohne weiteres genutzt. Der Spediteur stellt dann die verauslagten Einfuhrabgaben einfach in Rechnung. Das ist zwar praktisch, hat aber einen Haken:

Denn der Spediteur stellt für die Nutzung seines Aufschubkontos eine sogenannte Vorlageprovision in Rechnung. Bei der Vorlageprovision des Spediteures handelt es sich um die Vergütung für die Verauslagung von Einfuhrumsatzsteuer und Zöllen. Diese beläuft sich im Regelfall auf ca. 2 – 5% der verauslagten Abgaben. Besteht allerdings zwischen dem Importeur und Zollagenten keine vertragliche Vereinbarung über eine Vorlageprovision und deren Höhe, so besteht auch kein Anspruch auf Zahlung der Vorlageprovision.

Unternehmen, die diese Vorlageprovision sparen wollen, sollten daher ein eigenes Aufschubkonto beantragen. Dieses muss dem Spediteur aber mitgeteilt werden, damit es in der Zollanmeldung angegeebn werden kann.

Aufschubkonto muss beantragt werden

Damit Sie ein Aufschubkonto erhalten, muss dieses beim Zoll beantragt werden. Der Prozess ist relativ formell und es können schnell Fehler bei der Beantragung eines Aufschubkontos gemacht werden, die dann in noch längeren Bearbeitungszeiten resultieren. Die Beantragung selbst ist zwar kostenlos, es empfiehlt sich aber, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein Aufschubkonto wird nämlich nur dann bewilligt, wenn regelmäßige Einfuhren aus Drittländern und ein ein wirtschaftliches Bedürfnis für das Unternehmen besteht. Das muss dem Zoll entsprechend nachgewiesen werden. Das Aufschubkonto wird widerrufen wenn die Zollverwaltung der Auffassung ist, dass die Voraussetzungen entweder nie vorlagen oder nicht mehr bestehen.

Zudem ist wichtig, dass bei der Beantragung eines Aufschubkontos die richtigen Dokumente beigefügt werden. Nötig sind z.B. ein Auszug aus dem Handelsregister, der Antrag auf Bewilligung einer Gesamtsicherheit, ein SEPA-Firmenlastschriftmandat und die Aufschubnehmerausweise.

Die Bewilligung eines Aufschubkontos hängt grundsätzlich davon ab, dass eine Bankbürgschaft als Sicherheit geleistet wird. Nur wenn es um den Zahlungsaufschub von Einfuhrumsatzsteuer geht, ist die Hinterlegung einer Sicherheit nicht erforderlich, wenn der Antragsteller zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Unternehmen müssen auch eine Aufschub-BIN beantragen. Diese ersetzt die handschriftliche Unterschrift des Importeurs und muss bei Nutzung des Aufschubkontos angegeben werden. Für jedes Aufschubkonto wird eine eigene BIN benötigt.

Aufschubkonto wurde widerrufen, was nun?

Mitunter kommt es auch vor, dass der Zoll ein Aufschubkonto widerruft. Das ist dann der Fall, wenn entweder bei der Antragstellung getäuscht wurde oder aber die Voraussetzungen für ein Aufschubkonto nicht mehr vorliegen. Auch im Falle, dass das Konto regelmäßig nicht gedeckt war, kommt es zum Widerruf des Aufschubkontos.

Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass der Zoll sich bei den Voraussetzungen des Widerrufs irrt und das Aufschubkonto fälschlicherweise widerruft. In diesen Fällen sollten Unternehmen einen Einspruch gegen den Widerruf des Aufschubkontos einlegen. Anderenfalls drohen die Vorteile des Aufschubkontos unwiderbringlich verloren zu gehen. Zudem wird das Unternehmen so schnell kein neues Aufschubkonto bewilligt erhalten, weil es keinen einwandfreien finanziellen Leumund mehr aufweist.

Unternehmen sollten auch daran denken, dass Geschäftsführer persönlich haften, wenn das Aufschubkonto nicht gedeckt ist und dementsprechend Steuerausfälle drohen. Hierbei handelt es sich um einen wichtigen Nachteil für Geschäftsführer, die ein eigenes Aufschubkonto für das Unternehmen unterhalten.